Quelle: Westfälische Nachrichten vom 5.1.2022

Flügel von Windrad abgebrochen

Epe -Sie gehören zu den größten Windrädern in Deutschland – bis Sonntagfrüh: An einem der Anlagen in der Eper Füchte brach ein Flügel ab. 

Von Martin Borck    Sonntag, 02.01.2022, 

Einer der Flügel des Windrads in der Füchte ist abgebrochen. Foto: Martin Borck

An einem der Windräder, die die „Bürgerwind Gronau Epe“ in der Füchte betreibt, ist am Sonntagmorgen ein Flügel abgebrochen. Ein paar Meter von der Nabe entfernt knickte der Flügel ab, stürzte zu Boden und landete in unmittelbarer Nähe des Turms. Kleinere Teile des Flügels kamen Zig Meter weit entfernt auf dem Feld herunter – auch jenseits des Wirtschaftswegs. Es wurde niemand verletzt.

Marion Figur, eine wenige hundert Meter entfernt am Hohen Weg lebende Anliegerin, erlebte den Vorfall: „Es war gegen 9 Uhr, als ich draußen im Garten war. Da hörte ich ein Geräusch, als ob ein voll beladener Laster über die Straße fährt. Richtig beängstigend,“ berichtete sie der Redaktion. Ihr Blick fiel auf die Windkraftanlage, wo in diesem Moment Teile des Flügels herabfielen.

                                                                                     Foto: Martin Borck

Auch Reinhard Leuderalbert war Zeuge des Vorfalls. Er joggte mit seiner Frau und seinem Bekannten Stefan Borchert und dessen Frau in dem Bereich und erlebte den Absturz des Flügels. „Der Lärm war erschreckend und beängstigend. Wir sind nur noch weggerannt“, berichtet er den WN.

Die alarmierten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sperrten den Bereich um das Windrad weiträumig ab.

Einer der Geschäftsführer der Bürgerwind, Norbert Sundermann, machte sich am Morgen ein Bild von der Lage. „Das ist nach natürlich Wind auf die Mühlen der Windkraftgegner“, sagte er betroffen, während er versuchte, Kontakt zur Herstellerfirma aufzunehmen. Sundermann vermutete - ohne den Ergebnissen der Untersuchungen vorgreifen zu wollen – einen Materialfehler bei der Produktion des Flügels. „Er ist ja nicht an der Nabe abgebrochen.“

Im Laufe des Tages kamen Vertreter der Herstellerfirma nach Epe, um mit den Betreibern die weiteren Schritte abzusprechen. Wie Johannes Bügener, ebenfalls Geschäftsführer der Bürgerwind, auf Anfrage mitteilte, werden die Trümmerteile gesichert und untersucht. Auch gelte es, Kontakt zu den Behörden und Versicherungen aufzunehmen. Mit weiteren Informationen werde am Montag gerechnet.

Die baugleiche Schwesteranlage wurde noch am Sonntag vom Netz genommen. Die beiden Windkraftanlagen haben jeweils eine Gesamthöhe von 240 Meter (Nabenhöhe 161 Meter, Rotordurchmesser 158 Meter). Die Leistung beträgt pro Windrad 5,3 Megawatt. Die beiden Windräder drehen sich erst seit ein paar Wochen.

(In einer ersten Version dieses Artikels hatte es geheißen, dass es offenbar keine keine Zeugen für den Vorfall gegeben hat und der Zeitpunkt der Havarie in der Nacht war. Das hat sich als unrichtig herausgestellt.)

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